Nachwuchs für Koi-Karpfen

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Ein knappes Jahr nach der Tragödie mit 20 getöteten Fischen schwimmen die Koi-Karpfen im Japanischen Garten jetzt in einem frisch gereinigten, technisch überholten Teich. Über die nach wie vor unklare Todesursache der 20 Tiere im Juli 2010 streiten sich die Experten.

Werkhofchef Andreas Michel gab den Koi-Karpfen im Teich des Japanischen Gartens ihr frisch gereinigtes Zuhause zurück.

Werkhofchef Andreas Michel gab den Koi-Karpfen im Teich des Japanischen Gartens ihr frisch gereinigtes Zuhause zurück.
Bild: Bruno Petroni

Die Koi-Karpfen im Japanischen Garten: Laut Experten sind selbst hohe Wassertemperaturen für die Edelfische kein Problem. Der Fischteich am Höheweg wurde auf den kommenden Sommer hin technisch aufgerüstet. (Bild: Bruno Petroni)

Teurer Edelfisch

Der Nishikigoi, kurz Koi genannt, ist eine edle Zuchtform des Karpfens. Seine ursprüngliche Heimat sind China und Korea. Erste Farbkarpfen existierten laut Überlieferungen schon vor 2500 Jahren.

Der?Koi wird bis zu einem Meter lang. Der grösste je gemessene?Koi hatte eine Länge von 153 Zentimetern. Der exotische Fisch wird bis zu 70 Jahre alt. Der älteste Koi soll sogar 226-jährig geworden sein. Die edelsten Zucht-Kois haben einen Wert von bis zu 10000 Euro.

Ergiebiger Nachwuchs für die Koi-Karpfen im Japanischen Garten von Interlaken: Die 36 Edelfische haben die Wintermonate unter der zeitweise dicken Eisschicht gesund überstanden. Jetzt freuen sie sich sogar über nicht weniger als hundert kleine Nachzügler. «Schon im Herbst habe ich festgestellt, dass der Teich voll war von ganz winzigen Fischlein. Da haben wir auf eine Teichreinigung auf den Winter hin verzichtet, um zu vermeiden, dass diese Kleinfische von der Absaugpumpe aufgesogen und getötet werden», erinnert sich Andreas Michel.

Jetzt mit Frischwasser

Der Werkhofchef der Gemeinde Interlaken setzte sich nach dem Zwischenfall vom Juli des letzten Jahres mit 20 verendeten Karpfen für eine technische Optimierung der Anlage ein. So sorgt jetzt eine Ultraviolett-Lampe dafür, dass schädliche Mikroorganismen ohne Beigabe von Chemie abgetötet werden, was sich positiv auf Wasserqualität, jedoch wachstumshemmend auf Algen auswirkt. «Auch die Sauerstoffzufuhr ist jetzt gewährleistet, indem wir die Hälfte des Wassers umwälzen. Die andere Hälfte ist Frischwasser», sagt Michel. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird die Wasserpumpe künftig auch nachts laufen gelassen. Die Gemeinde Interlaken liess sich die technische Aufrüstung der Anlage knapp 5000 Franken kosten.

36 Grosse und 30 Junge

Anfang der Woche haben Gemeindemitarbeiter im Beisein von Fischereiaufseher Martin Flück den Fischteich zwecks Reinigung geleert und die Fische vorübergehend in einer mit Wasser gefüllten Schuttmulde und Kunststofffässern untergebracht. Seit gestern dürfen die 36 grossen und 30 der jungen Koi-Karpfen ihr frisch gereinigtes Bassin wieder ihr Zuhause nennen. Andreas Michel: «Die restlichen 70 Jungfische haben wir der örtlichen Zoohandlung abgegeben.» Einmal pro Tag werden die Fische von den Verantwortlichen bei der Gemeinde gefüttert – mit dem extra für Koi-Fische hergestellten Spezialfutter «Al-Ko-Te», dessen Geruch das menschliche Riechorgan zwar arg strapaziert, das für die Fische aber eine leckere und gesunde Delikatesse bedeutet. Pro Sommer wird für rund 400 Franken Spezialfutter an die Koi-Karpfen verfüttert.

Vorwürfe der Tierschützer

Es war in der Nacht auf den 7. Juli 2010, als im Japanischen Garten aus bisher unbekannten Gründen 20 Koi-Karpfen verendeten (wir haben berichtet). In der Folge warf der örtliche Tierschutzverein der Gemeinde Interlaken vor, die Tiere in zu warmem und sauerstoffarmem Wasser zu halten. Der Uetendorfer Koi-Kenner Stefan Bürki wies damals darauf hin, «dass der Koi vorübergehend zwar höhere Wassertemperaturen erträgt, auf die Dauer aber mit Sicherheit Schaden erleidet.»

Die Gemeinde Interlaken liess die Kadaver im Berner Tierspital auf ihre Todesursache untersuchen. Andreas Michel: «In seinem Untersuchungsbericht konnte das Tierspital die Vorwürfe des Tierschutzes weder bestätigen noch dementieren. Man hat den Grund für den Tod der Tiere nie definitiv eruieren können.» Michel, der Koi-Karpfen auch schon auf einer privaten Asienreise in noch wesentlich wärmeren Gefilden kerngesund hat herumschwimmen sehen, glaubt nicht an die Theorie des zu warmen Teichwassers.

Experten klären auf

Die Zweifel des Werkhofchefs werden durch die Aussagen verschiedener Koi-Fachleute bestätigt. So stellte laut Andreas Michel eine namentlich nicht erwähnte Tierärztin der Gemeinde ein gutes Zeugnis aus für die Gestaltung der Anlage sowie Hege und Pflege der Fische: «Höhere Wassertemperaturen sind laut Aussage dieser Koi-Expertin überhaupt kein Problem.» Der Emmentaler Koi-Kenner und -Händler Fritz Schär (Koi-Shop): «Im Gegensatz zur Forelle, die zum Leben kühles und frisches Wasser bevorzugt, ist es dem Koi in warmem Gewässer mit geringen Temperaturschwankungen am wohlsten.» Laut Schär sind die Bedingungen im Fischteich des Japanischen Gartens also optimal. (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.04.2011, 11:01 Uhr


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One Reply to “Nachwuchs für Koi-Karpfen”

  1. Schöne Bilder. Koi-Karpfen sind schon echt schöne Fische. Für das Angeln kommen die zwar nicht in Frage aber für den Teich im Garten sind die schicken farbenfrohen Fische echt ideal.

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